Es ist schon etwas verwunderlich, dass ausgerechnet einer Antriebstechnik, die auf Ă€hnliche Weise schon im alten Ăgypten genutzt wurde, laut Expertenmeinung, die Zukunft gehören soll. Bereits jetzt wird der im allgemeinen eher wenig bekannte Stirlingmotor in innovativen Bereichen eingesetzt. Dabei ist der emissionsarme 4-Takter keineswegs eine Erfindung der Neuzeit.
Ein Motor mit wenig Gefahren
Erfunden wurde die HeiĂgastechnik, mit welcher der Motor angetrieben wird, bereits im Jahr 1816. Sein damaliger Erfinder und Namensgeber war gerade einmal 26 Jahre alt und entwickelte den Stirlingmotor als sichere Alternative zu den bis dahin bekannten Dampfmaschinen.  Zu seinen VorzĂŒgen zĂ€hlen:
- wenig MotorenlÀrm
- keine Explosionsgefahr
- schadstoffarm oder sogar emissionsfrei
- benötigt keinen besonderen Treibstoff
- wenig Abnutzung aufgrund des geschlossenen Kreislaufs
- moderne Betriebsmöglichkeit mit Sonnenernergie oder ErdwÀrme
Ein Kraftpaket, das fast vergessen wurde
Stirling entwickelte eine Kraftmaschine, die im Gegensatz zum Dieselmotor nicht auf ein bestimmtes Antriebsmittel festgesetzt ist. Die Stirlingmotoren arbeiten mit WÀrme und somit sind Kraft und Leistung nicht zuletzt vom WÀrmegrad abhÀngig. Die Bewegung der Kolben im Zylinder entsteht durch die jeweilige Ausdehnung des verwendeten Gases.
Anwendung fand der Motor beispielsweise zum Ende des 19. Jahrhunderts in bĂŒrgerlichen Kreisen. Dort diente er als externer Antrieb kleinerer HauhaltsgerĂ€te, wie Ventilatoren und wurde aber sehr schnell von Elektromotoren abgelöst. Mit der Weiterentwicklung des Motors ab dem Jahr 1930 durch das Elektonikunternehmen Philips, fand er Anwendung als externer Energielieferant in transportablen Röhrenradios, die weltweit verkauft wurden. Mit der Entwicklung moderner Transistoren endete aber auch hier der Einsatz des Stirlingmotors. WĂ€hrend des 2. Weltkrieges und auch lange Zeit danach erreichte diese Technik keine weitere Bedeutung.
ZurĂŒck in die Zukunft â saubere Technik hilft sparen
Inzwischen begeistert der Stirlingmotor mit seiner faszinierenden Arbeitsweise aber nicht nur zahlreiche Hobbybastler und Modellbauer. Seine ruhige Arbeitsweise, die sich besonders gut an den Modellen auf http://www.boehm-stirling.com erkennen lĂ€sst, ermöglicht ihm auch Einsatzmöglichkeiten in der modernen Industrie. Bereits 1975 hielt er Einzug in kleine separate Blockheizkraftwerke. Vor allem seine niedrigen Wartungskosten und der geringe VerschleiĂ des Stirlingmotors machen ihn hier besonders interessant. Dabei dĂŒrfte nicht nur sein gerĂ€uscharmer Einsatz in Verbindung mit erneuerbaren Energien, wie Geothermie oder Solarenergie, zukĂŒnftig eine Rolle spielen.
Denn neben seinem Einsatz in Privathaushalten und Industrie wird auch ĂŒber innovative Entwicklungen im Bereich des MilitĂ€rs und der Raumfahrttechnik geforscht. Seine unzĂ€hligen Bauarten bieten fĂŒr den Stirlingmotor ebenso unzĂ€hlige Einsatzmöglichkeiten. Zu Zeiten von Energie- und Rohstoffverknappung bietet er eine echte Alternative zu herkömmlichen uns bekannten Motoren. Neben seiner Anwendung in U-Booten als moderne Antriebstechnik, die ohne Luft arbeiten kann, soll er auch in kĂŒnftigen Raumfahrtprojekten eingesetzt werden. Auch in hochmodernen Kameras, die als WĂ€rmebildkameras genutzt werden, wird der Motor eingebaut. Hier findet er aufgrund der Umkehrvariante seines Kreislaufs und der Möglichkeit in sehr kleiner MiniaturausfĂŒhrung einsetzbar zu sein Anwendung als KĂŒhlaggregat.
Projekte der Zukunft, wie beispielsweise die Versorgung mit Wasser in den Dritte Welt LĂ€ndern, moderne Satelitentechnik oder energiesparende Raumfahrtprogramme, werden in zunehmenden MaĂe vom sauberen und kosteneffizienten Stirlingmotor profitieren.